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Bücher über Whippets Von Ingrid Krah-Heiermann und Wilhelm Heiermann zurück Wer einmal mit Whippets in Berührung gekommen ist wird schnell zum Enthusiasten, der mehr über diese faszinierende Rasse wissen möchte. Vielleicht setzt er sich dann an seinen Computer, um das world-wide-web nach interessanten Informationen zu durchsuchen. Dabei wird er schnell feststellen, das auf den Tausenden von Seiten viel Schatten und wenig Licht zu finden ist. Möglicherweise macht sich unser Whippet-Freund dann auf den Weg zu seinem Buchhändler in der Hoffnung, dort auf wirklich seriöse Informationen zu stoßen. Erneut wird er enttäuscht werden, denn in den Regalen finden sich viele Hundebücher, vielleicht sogar einige über Windhunde, aber wohl keines über seine Rasse. (Das für das Frühjahr 2003 angekündigte Buch von M.Bunyan lag bei der Abfassung dieses Artikels noch nicht vor.) Der Eindruck, keiner habe sich die Mühe gemacht, diese "Beste aller Rassen" auch in einem Buch zu verewigen, ist allerdings falsch. Dieser Artikel soll zeigen, dass es zahlreiche Publi- kationen über unsere Whippets gibt, die z.T. außerordentlich lesenswert und informativ sind. Leider sind die speziell unserer Rasse gewidmeten Titel alle nur in englischer Sprache erschienen. Deshalb erschien es uns sinnvoll, auch über einige andere Windhundbücher zu berichten, die brauchbare Informationen über den Whippet enthalten. Unsere Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und enthält nur Bücher, die sich in unserer Sammlung befinden. Wo immer möglich werden wir auch Hinweise auf Bezugsquellen geben. F.R.Zwahlen/W.Maerki. Windhunde. Rassen-Haltung-Sport.Zürich 1978. 176 Seiten. Bebildert. Wie der Titel verrät, geht es den Autoren (Zwahlen-Text/Maerki-Bilder) in diesem Buch darum, Wissen über die Vielfalt der Windhundrassen, ihr Wesen, ihre Herkunft und ihre Verwendung (Sport) zu ver- mitteln. Der Whippet-Freund findet allerdings nur wenige Informationen über seine Rasse, kann aber von den vielen Hinweisen zu Pflege und Haltung durchaus profitieren. Wer gerne über den "Gartenzaun blickt", der wird im Kapitel "Windhundartige" auf Rassen stoßen, deren Namen er noch nie gehört hat. (Nur antiquarisch erhältlich.) W.Opitz. Windhunde. Stuttgart 1979. 214 Seiten. 16 Farbfotos, 29 Zeichnungen und Abbildungen. Dieses Buch stammt aus der Feder eines der renommiertesten Windhund - Experten der Nachkriegs- zeit. Der ehemalige Präsident des VDH, Dr. R. Bandel, hat Walter Opitz als einen der "Großen" der Windhundszene charakterisiert. Auch wenn wir zum Whippet speziell nur wenige Informationen finden, ist das Buch dennoch für jeden Leser ein Gewinn. Die sehr schöne Einführung "Geschichte und Geschichten", die Erläuterungen über Windhundzucht und Zuchtschauen, v.a. aber die umfangreichen Informationen zum Körperbau und Bewegungs- ablauf der Windhunde -mit vielen vorzüglichen Zeichnungen versehen- sind unbedingt lesenswert. (Leider nur im Antiquariat, manchmal auch über "ebay" erhältlich.) I. Schultze. Greyhound und andere Windhundrassen. Köln 1984. 108 Seiten. Zahlreiche Bilder. Dieses kleine Büchlein einer großen alten Dame des DWZRV zeugt in jeder Zeile von der Liebe zu den Windhunden. Da neben dem Greyhound, dem das Hauptaugenmerk gilt, nur noch das Windspiel und der Whippet behandelt werden, finden sich hier viele interessante Informationen zu unserer Rasse. Originell sind beispielsweise die Theorien zur Geschichte des Whippets, die eine eigene Handschrift verraten. Auch die Hinweise zur Gesundheit und zur Ernährung belegen die große Praxiserfahrung der Autorin. Der gelungene Text wird durch sehr schöne Abbildungen ergänzt. (In der 2. Auflage im Buchhandel erhältlich.) I. u. E. Schritt. Windhunde. Stuttgart 1991. 224 Seiten. Zahlreiche Fotos und Zeichnungen. Expertenrat für den Hundehalter heißt die Reihe, in der dieses Buch erschienen ist. Die Verfasser können auf langjährige Erfahrungen mit Windhunden zurückgreifen, führen sie doch seit vielen Jahren eine sehr erfolgreiche Zuchtstätte für Sloughis. Der Whippet - Liebhaber, vor allem der Anfänger, wird in erster Linie von den allgemeineren Kapiteln profitieren, die viel Wissenswertes über Kauf, Haltungsbedingungen, Erziehung, Ernährung und Pflege enthalten. Sehr informativ sind auch die Ausführungen zur Windhundgeschichte und zur Verbreitung der Windhundtypen und Rassen. (Nur antiquarisch erhältlich.) Als nächstes sollen kurz drei Bücher (in englischer Sprache) vorgestellt werden, die sich an den unerfahrenen Whippet-Besitzer wenden, und im wesentlichen Hinweise für den täglichen Umgang mit dem neuen Hausgenossen beinhalten. Das am wenigsten zu empfehlende ist Chr. Cormany. Whippets. (1989, t.f.h. 157S.). Das von der Aufmachung schon recht antiquiert wirkende Büchlein ist wohl eher auf den amerikanischen Markt zugeschnitten und enthält offene Werbung für bestimmte Produkte (Spielzeug, Kauknochen, Futter). Die Pflegehinweise sind zum Teil eher fragwürdig (z.B. Stutzen der Barthaare) und die Ausführungen über "Behavior Modification"/Erziehung sind -wenn man es denn positiv sehen will- eher amüsant als ernst zu nehmen. ![]() Da ist das "Complete Pet Owner's Manual" von D.C.Coile. Whippets (N.Y. 1998, 95 Seiten, 51 Farbfotos) schon wesentlich ansprechender. Der Leser findet eine Vielzahl von Informationen, recht schöne Fotos und nützlich Hinweise in den Rubriken HOW-TO (z.B. zur Ersten Hilfe, Zahn- und Nagelpflege etc.). ![]() Das mit Abstand am empfehlenswerteste Buch dieser Kategorie ist allerdings J.Cunliffe. Whippet. (Dorking/Gb, ca. 2000, 157 Seiten und 135 Fotos). Die Autorin erläutert in diesem graphisch sehr schön gestaltetem Werk -wenn z.T. auch nur knapp- viele wichtige Themen, so z.B. die Geschichte der Rasse, das Wesen der Whippets, Umgang mit Welpen und Hilfen zur Eingewöhnung, Pflege und Gesundheitsfürsorge (guter Impfplan), das Leben mit einem alten Whippet. In besonders herausgehobenen Kästchen finden sich interessante Details und viele sehr sinnvolle Tips. Ein gutes Einsteigerbuch, das zudem den Vorteil hat, auch lieferbar zu sein (z.B. über Internet-Buchhandlungen). Die nun vorzustellenden Publikationen richten sich weniger an den an praktischen Ratschlägen interessierten Whippet-Besitzer, sondern an die Leser, die tiefer in die Materie einsteigen wollen und etwa auch an Informationen zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte, zur Zucht und den damit zusammenhängenden Fragestellungen und zu "berühmten" Vererbern interessiert sind. ![]() Zunächst wäre da das -vor allem aus zuchtgeschichtlicher Sicht wichtige- Buch von W.Lewis Renwick. The Whippet Handbook. Redhill 1957, Reprint 1964 . 100 Seiten, zahlreiche s/w Fotos, das in "The Dog Lover's Library" erschienen ist, zu nennen. Über den Verfasser, Captain L.Renwick kursierte in England die Aussage "Renwick and Whippets are like bacon and eggs". Er gilt als die Whippet-Autorität der 1. Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf der Insel. Renwick züchtete seinen ersten Champion im Jahre 1906, führte den einflussreicher Zwinger "Watford" und wurde bald zum gesuchten Richter der Rasse. Sein Buch, das ursprünglich für den Neuling (novice) gedacht war, ist heute eine Fundgrube für den historisch und züchterisch interessierten Whippet-Liebhaber. Das Kapitel über die Herkunft der Whippets ist v.a. deshalb interessant, weil Renwick hier eine Theorie entwickelt, die von der weit verbreiteten Auffassung, die Whippets seien eine (Kreuzungs-) Züchtung des 19. Jahrhunderts, abweicht. Die Darstellung der frühen Whippets in England, die durch Fotos ergänzt wird, ist von großem kynologischen Interesse. (Vergleichbare Informationen zur frühen Entwicklung in Deutschland findet man bei R.Waizenegger. Der Aufbau der Whippet-Zucht in Deutschland. In: Hundert Jahre Windhunde. Hg. H.Quaritsch. 1992. S.373-390.) Aber auch die Ab- schnitte über "Breeding" und "Feeding" haben heute noch ihren Wert, wie auch die Bilder, die deut- lich machen, wie sehr und doch wie wenig sich unsere Rasse im Laufe von 100 Jahren verändert hat. Hingewiesen sei noch auf die abgedruckten Stammbäume einiger berühmter Whippets der frühen Jahre. (Das Buch ist leider nur antiquarisch, oft über die englische ebay-Seite zu ziemlich deftigen Preisen erhältlich.) Auch das nun vorzustellende Buch sollte eigentlich im Bücherschrank eines ambitionierten Rasse- liebhabers, Züchters und Zuchtrichters nicht fehlen. Es stammt aus der Feder eines Mannes, der eine sehr wichtige Rolle -als Züchter (Wingedfoot), Richter und Experte- in der englischen Whippet-Szene der Nachkriegszeit (v.a. 50er Jahre) spielte: C.H. Douglas-Todd. The Whippet. (London 1961, revised edition by Kay Smith 1973. 226 Seiten, zahlreiche s/w Fotos und Abbildungen). Im typisch englischen Stil, mit dem nötigen Schuß Humor, befaßt sich Douglas-Todd mit vielen relevanten Fragen. Seine Ausführungen zum Ursprung der Rasse und zum modernen Whippet sind auch heute noch lesenswert. Besonders interessant ist sind seine Hinweise zur Zucht, speziell seine Anregungen zur Auswahl der Zuchtpartner. Ausführlich werden auch Kriterien zur Auswahl eines "Show Puppy" vorgestellt und erörtert: eine Hilfe für jeden Züchter und zukünftigen Aussteller. Die Ausführungen über das Ausstellungswesen sind natürlich auf die Bedingungen in England bezogen. Der an der Entwicklung der Rasse interessierte Leser wird das neunte Kapitel, in dem berühmte englische Whippet-Zwinger , die -obwohl mittlerweile nicht mehr aktiv- die englische Whippet-Zucht nachhaltig beeinflusst haben, vorgestellt werden, mit großem Gewinn lesen. Weiterhin werden im Buch Aspekte wie Gesundheit, Fütterung, Rennen u.a. thematisiert. Die zweite überarbeitete Ausgabe enthält im Anhang C die komplette Liste aller englischen Whippet-Champions von 1946 bis 1972 mit Angaben über Eltern, Geschlecht, Farbe, Geburtsdatum, Züchter und Besitzer: Eine Fundgrube für alle, die gerne "Ahnenforschung" be- treiben. (Das Buch ist nur antiquarisch erhältlich; manchmal wird es auf der englischen ebay-Seite angeboten.) Die beiden folgenden Bücher behandeln ebenfalls das zu erwartende Spektrum von der Herkunft und Geschichte der Rasse über Hinweise zur Zucht bis zu Tipps zur Haltung, Pflege und Gesunder-haltung. Darüber hinaus beschäftigen sie sich allerdings auch ausführlicher mit dem Leistungsaspekt. ![]() Sh. Rawlings. The Whippet. (A Owner's Companion. Ramsbury 1991, Nachdruck 1997, 176 Seiten. Zahlreiche s/w Abbildungen). Shirley Rawlings besitzt und züchtet Whippets seit 1967. Außerdem ist sie eine erfahrene Richterin, die in vielen Ländern der Welt tätig ist. Sie ist aber auch Mitbegründerin des East Sussex Whippet Racing Club und hat einen der beiden englischen Champions gezüchtet, der auch überragende Erfolge beim Hare-Coursing erzielen konnte. Wer weiß, wie stark in England die Trennung zwischen Show- und Leistungshunden ist, wird diesen Erfolg würdigen können. Auf dieser Basis ist es auch nachvollziehbar, dass die Autorin sehr kompetent -unterstützt durch viele interessante Bilder- über die Coursing- und Rennszene auf der Insel informieren kann. Im Kapitel 13, das "Famous Dogs" vorstellen will, sind konsequenterweise nicht nur die Show-Cracks der 80er Jahre, sondern auch die Top Coursing Whippets (unter Nennung ihrer Eltern) und die Racing-Champions aufgeführt. (Wohl nur antiquarisch erhältlich.) ![]() E.G. Walsh/ Mary Lowe. The English Whippet. (Woodbridge 1984, 288 Seiten,zahlreiche s/w Fotos) Zwei große Persönlichkeiten der englischen Whippet-Szene haben dieses Buch, das im Antiquariat sehr hohe Preise erzielt, geschrieben: E.G. Walsh, langjähriger Sekretär des Whippet Coursing Club, und Mary Lowe (Nimrodel), die als Züchterin und Richterin weltweit bekannt ist. Beide sind Anhänger des multi-purpose bzw. dual-purpose whippet, also nach deutscher Vorstellung dem Lager von "Schönheit und Leistung" zuzurechnen. Diese Grundeinstellung macht das Buch v.a. für die deutschen Leser (Züchter und Besitzer) interessant, die sich ebenfalls diesem Ideal verpflichtet fühlen. Deshalb sei neben dem Kapiteln über den Ursprung der Rasse und die Show-Szene zwischen 1962 und 1982 (mit vielen interessanten Bildern und den pedigrees erfolgreicher Hunde), vor allem auf die Abschnitte über The Coursing Whippet, The Hunting Whippet und The Racing Whippet hingewiesen, die knapp ein viertel des Buches ausmachen (70 Seiten) und mit zahlreichen Fotos illustriert sind. Für den deutschen Leser besonders interessant ist die Tatsache, dass das Kapitel über Coursing sich auf das in Großbritannien durchaus populäre "hare-coursing", als die Jagd auf lebende Hasen, die bei uns verboten ist, bezieht. Dennoch sind die Hinweise zum Training der Hunde und die Ausführungen zur Bewertung der erbrachten Leistung auch für den kontinentalen Leser durchaus von Interesse. Mit großer Verwunderung nimmt man auch zur Kenntnis, dass Whippets in England in vielfältiger Weise zur Jagd eingesetzt wurden. Im Anhang des Buches findet sich eine Zusammenstellung der Champions und der erfolgreichsten Vererber der Jahre 1962 - 1982. (Das Buch ist nur antiquarisch erhältlich; manchmal wird es auf der englischen Ebay-Seite im Internet angeboten. Es erzielt Preise von deutlich über 70,00 Euro) Die nun folgenden Titel wurden von Autoren verfasst, die in der heutigen Whippet-Welt eine große Rolle spielen: ![]() P. Gilmour. Whippets Today. New York 1994. 175 Seiten, zahlreiche s/w Fotos und Abbildungen. Patsy Gilmour, die mit ihrem Mann Danny den berühmten Zwinger Dumbriton führt, ist auch als Spezialrichterin für unsere Rasse weltweit bekannt. Der von ihr präsentierte Rüde Ch. Khabaray Single Malt at Dumbriton ist nicht nur Crufts Winner (2000/2001), sondern mit bisher 32 CCs der erfolgreichste Whippet-Rüde in England seit Anwartschaften für das Championat vergeben werden.Sie ist daher in der Show-Szene sehr präsent und das merkt man ihrem Buch, das wir für eines der besten über unsere Rasse halten, deutlich an. Wer an der Ausstellung von Whippets und an der Zucht von "Show-Whippets" interessiert ist, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. So wird in Kapitel 4 nicht nur der Standard abgedruckt, sondern mit Hilfe vieler Zeichnungen erläutert, so dass häufig vorkommende Abweichungen /Fehler verdeutlicht werden können. Hier findet jeder Whippet- Besitzer schon wichtige Hinweise über die Showqualität seines Lieblings. In einem weiteren Abschnitt erhält er gute Tips, wie man seinen Hund im Show-Ring optimal präsentiert. Für den fort- geschrittenen Leser sind die Kapitel über die Zucht und die Auswahl von Deckrüden und Zuchthündin von größerer Bedeutung. Er wird auch mit großem Interesse die vorzüglich zusammen-gestellten Informationen über die wichtigsten Zuchtstätten (in Vergangenheit und Gegenwart) zur Kenntnis nehmen, die durch die Abbildungen vieler überragender Hunde illustriert werden. Patsy Gilmour wagt auch ein Blick "über den Gartenzaun" und berichtet über die Whippet-Zucht in Nordamerika und auf dem Kontinent. Der deutschen Szene werden dabei zwei Seiten gewidmet, die belegen, dass sich die Autorin im Ganzen gut auskennt. Abgeschlossen wird das Buch mit zwei Kapiteln zum Coursing und zum Rennen, die allerdings aus der Feder von G.Robertson stammen. (Das Buch ist leider zur Zeit nur im Antiquariat erhältlich.) ![]() B. Bengtson. The Whippet. (2nd rev., enlarged ed., Montecito/Calif. 1994, 217 Seiten, zahlr.Fotos) Der gebürtige Schwede Bo Bengtson, der seit 1981 in den USA lebt, besitzt als Züchter (Bohem) und Whippet-Richter weltweit einen beachtlichen Ruf. Sein Buch, das hervorragend ausgestattet ist, wird häufig als die Bibel der Whippet-Literatur bezeichnet. Soweit möchten wir dann doch nicht gehen, obwohl es sicher in den Bücherschrank eines jeden Whippet-Enthusiasten gehört, nicht zuletzt aufgrund der wirklich tollen Fotos. Bengtson behandelt alle die Aspekte rund um den Whippet, die sich auch in den anderen Büchern finden, allerdings oft mit Ergänzungen, die aus dem amerikanischen Background zu verstehen sind. So wird beispielsweise im Abschnitt über den Multi-Purpose-Whippet auch über die Aspekte "agility" und "obedience" berichtet. Am Wichtigsten und Interessantesten sind die Kapitel über die Whippet-Zucht in England und Nordamerika. Hier lernt der Leser nicht nur die einflussreichsten Hunde -oft durch Bild und Ahnentafel ergänzt- kennen, sondern kann auch verfolgen, etwa unter zur Hilfenahme des amerikanischen Standards, wie sich die Vorstellungen von einem idealen Whippet unterscheiden. Dies ist auch deshalb von Bedeutung, weil auch bei uns immer häufiger in Nordamerika gezüchtete Whippets auftauchen und Eingang in die Zucht finden. Abgeschlossen wird das Buch mit einem Überblick über das weltweite Zuchtgeschehen, wobei verständlicherweise der Whippet-Zucht in Skandinavien der größte Raum zugemessen wird, während die Ausführungen z.B. über Deutschland spärlich bleiben. (Das Buch ist beim Verfasser erhältlich.) ![]() J.P. Moran-Healy. The Whippet. (Havant 2000; zahlreiche, oft farbige Fotos und Abbildungen) Wer einen Whippet besitzt, in dessen Adern auch englisches Blut fließt, der wird bei der Erforschung der Ahnentafeln fast unweigerlich auf den Namen Hillsdown stoßen. Philipp Moran-Healy hat vor über dreissig Jahren diese Zuchtstätte gegründet, die wie kaum eine andere die englische Whippet-Zucht in den letzten beiden Dekaden beeinflußt hat. Hier seien nur zwei Namen genannt: Siobhan of Hillsdown (H) und Hillsdown Fergal (R). Obwohl beide Hunde nie das Championat erringen konnten, sind sie absolute Spitzenvererber gewesen, und finden sich in den Ahnentafeln der meisten großen Champions auf der Insel, aber auch vieler Top-Whippets auf dem Kontinent. Auf der Basis dieser Erfahrungen und einer weltweiten Richtertätigkeit legt Moran-Healy ein Buch vor, das man getrost als Standardwerk bezeichnen kann. Neben den üblichen Teilen z.B. zur Herkunft der Rasse, der Pflege und Gesundheitsfürsorge, zur Aufzucht eines Wurfes und zum Coursing und Rennen, bilden die Kapitel, die sich mit dem Zuchtgeschehen in zwei führenden englischen Zwingern und der Geschichte der Show-Whippets beschäftigen, das Zentrum des Buches. Dabei ist es bemerkenswert, dass das Zuchtkonzept des Hillsdown-Zwingers dem des stark dem multi-purpose Konzept verpflichteten Nimrodel-Zwingers (M. Lowe, die diesen Abschnitt auch verfasst hat), gegenübergestellt wird. So erhält der interessierte Leser viel Einblicke in die Überlegungen zweier erfolgreicher und renommierter Züchter, die durch zahlreiche Fotos und viele Ahnentafeln vertieft werden. Sehr erfreulich ist auch, dass der Verfasser der weltweiten Whippet-Szene ein sehr umfangreiches Kapitel (70 Seiten!) widmet. Dabei bedient er sich des Sachverstandes von Ko-Autoren, die das Zuchtgeschehen in den einzelnen Ländern kompetent einschätzen und darstellen können. Die Entwicklung in Deutschland (Autor: Th.Münch) wird allerdings nur auf zwei, die in Frankreich (Th.Münch) gar auf noch weniger Seiten dargestellt, wäh-rend etwa über die Szene in Skandinavien wesentlich umfangreicher berichtet wird. Neben vielen inhaltlichen Qualitäten bietet das Buch von Moran-Healy auch den Vorteil, dass es im Buchhandel -z.B. bei den großen Internet-Buchhandlungen- zum Preis von 24,95 GBP erhältlich ist. ![]() Zum Schluss dieses Artikels sollen zwei Publikationen vorgestellt werden, die ihren besonderen Wert für den Whippet-Freund haben. Im März 2003 erschien die 15. Ausgabe von "The Whippet Biennial." Dieses Werk, das ohne jedes kommerzielle Interesse -alle eventuellen Überschüsse fließen dem Whippet Rescue zu- von einigen idealistischen Damen herausgegeben wird, könnte man als das "Who is Who" der Whippet-Welt bezeichnen. In den Bänden finden sich illustrierte Anzeigen von Whippet-Züchtern und Besitzern aus aller Welt. Man erhält so u.a. einen Überblick über die Hunde, die in den Jahren, über die das jeweilige Biennial berichtet, besonders erfolgreich waren. Ergänzt werden diese Anzeigen durch ein Editorial, wichtige Informationen zu den 11 (!) beteiligten Whippet-Clubs, die in Großbritannien hervorragend zusammenarbeiten(z.B. zu den Show-Daten) und eine Auflistung aller CC und Res.CC - Winner des Berichtszeitraums. Das aktuelle Biennial ist über 400 Seiten stark und kann zum Preis von 10,00 GBP (+Porto) bei der Herausgeberin Miss Lucinda Aldrich-Blake (Weston Hall, Ross-on-Wye, Herefordshire HR9 7NS) bestellt werden. ![]() In Deutschland versuchen E. und M. Sistermann ein vergleichbares Unternehmen zu etablieren. Nach fünf Jahren Pause erschien im Jahre 2001 erstmals wieder ein Whippet Jahrbuch (1996-2000). Die beiden Herausgeber versuchen einen breiten Überblick über das Ausstellungs-, Coursing- und Renngeschehen des Berichtszeitraums zu geben. Daneben finden sich zahlreiche Anzeigen von Besitzern und Züchtern, mit denen das Projekt -ähnlich wie beim Whippet Biennial- im wesentlichen finanziert wird. Abgerundet wird das Heft durch zwei interessante Textbeiträge. Für das Jahr 2003 ist die nächste Ausgabe geplant. Es ist zu hoffen, dass der mühsame Versuch, hiermit eine Tradition zu entwickeln, durch die Mitarbeit und Bereitschaft zur Insertion vieler Whippet-Freunde unterstützt wird. (Bezugsinformationen bei E.Sistermann) zurück |
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