High on Emotion - Whippets
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Der Whippet - Informationen zur Rasse



Der Whippet gehört zur Gruppe der kurzhaarigen Windhunde. Sein Herkunftsland ist England, wo er durch den Kennelclub 1891 als Rassehund anerkannt wurde.
Wie bei jedem Rassehund wird das Exterieur und Wesen durch einen Standard (FCI ,1987) festgelegt. Hier lesen wir u.a.: "Soll den Eindruck von schön ausgewogener Muskelkraft und Stärke vermitteln. Ein idealer Begleiter. In hohem Maße anpassungsfähig in häuslicher und sportlicher Umgebung. Freundlich, anhänglich, ausgeglichen."

Die heutigen Whippets haben eine Größe (Schulterhöhe) von ca.51 cm (Rüden) und 45-47 cm (Hündinnen) und wiegen ungefähr zwischen 10 und 15 kg. Alle Farben und Farbvariationen sind erlaubt.

Wie alle modernen Rassehunde ist auch der Whippet ein Produkt des 19. Jahrhunderts, in dem die Menschen zum ersten Mal versuchten, reinrassige Hunde zu züchten. Seine Heimat ist wahrscheinlich Wales, wo er vor allem von Bergleuten gehalten wurde. Sein Aufgabe war, die Nahrungsmittelgrundlage der armen Familien durch -verbotenes Jagen- zu verbessern und vor allem zur Gestaltung der kargen Freizeit beizutragen. Eine Lieblingsbeschäftigung vieler walisischer Arbeiter war die Teilnahme mit ihren Hunden an sogenannten "rag-racings", für die man spurtschnelle Tiere benötigte.



Nach allem was wir wissen, wurden die Hunde (Whippets) meist in der Familie und im Haus gehalten und waren vollwertige Familienmitglieder. In den kalten Wintertagen dienten sie auch als lebende Bettwärmer. Von daher kann es nicht verwundern, dass auch unsere heutigen Whippets sehr oft Frauchens oder Herrchens Bett als ihren angestammten Platz für die Nachtruhe betrachten. (Mit sanfter, aber konsequenter Erziehung kann man ihnen allerdings klar machen, dass sie sich da irren).

Anders als die meisten anderen Windhundrassen, denen man eine lange Vorgeschichte -z.T. bis in das Alte Ägypten- zubilligt, gelten die Whippets bei vielen Fachleuten als "moderne" Schöpfung, die erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden ist, indem man Greyhounds, Windspiele und Terrier (v.a. Manchester-Terrier und Bedlington-Terrier) verpaarte.

Andere Experten verweisen allerdings darauf, dass es zahlreiche künstlerische Darstellungen seit der Antike gibt, auf denen mittelgroße kurzhaarige Windhunde zu sehen sind, deren Phänotyp sehr stark an den Whippet erinnert. Von daher habe es immer diesen Typ Windhund gegeben, so dass eine Neuschöpfung gar nicht notwendig gewesen sei.



Der moderne Whippet ist ein Hund, der sehr gut an die heutigen Lebensumstände angepasst ist. Er ist -entgegen vieler Vorurteile- recht gut erziehbar, allerdings nicht mit Gewalt, sondern mit viel Geduld und Liebe. Auch sein zweifelslos vorhandener Hetztrieb lässt sich von einem konsequenten Besitzer recht gut kontrollieren, wenn Mensch und Hund frühzeitig daran arbeiten. Bei erfolgreicher Erziehung kann man seinen Whippet auf großzügigen Auslaufflächen, fern vom Verkehr, durchaus ableinen.

Unsere Hunde kommen auf Pfiff oder Zuruf zurück; jedenfalls meistens. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben, muss man ihm andere Bewegunsmöglichkeiten verschaffen, z.B. durch Spaziergänge. Der eigene (größere) Garten als "Sportplatz" ist ideal; allerdings nur, wenn man zwei oder mehr Hunde besitzt, da auch der allein gehaltene Familienhund einen gewissen Hang zur Bequemlichkeit besitzt. Andere Möglichkeiten mit seinem Whippet die Freizeit zu verbringen, ist die Teilnahme an Zuchtschauen und/oder Windhundrennen (auf der Rennbahn oder im Gelände/Coursing). In Deutschland finden allein ca. 70 Zuchtschauen pro Jahr statt, die vom DWZRV oder VDH (Internationale Zuchtschauen) organisiert werden.

Hier werden die Whippets in unterschiedlichen Klassen von ausgebildeten Spezialrichtern aus dem In- und Ausland hinsichtlich ihrer Entsprechung zum Standard bewertet. Um die Ankörung (=Zuchtzulassung) zu erhalten, muss ein Hund bestimmte Wertnoten auf diesen "Schönheitskonkurrenzen" erhalten. Sehr beliebt in Deutschland sind auch die Rennen, die auf den unterschiedlichen Rennbahnen der Rennvereine vom Frühjahr bis zum Herbst in ganz Deutschland stattfinden. Anders als im Ausland sind diese Veranstaltungen nicht kommerzialisiert: Es gibt weder Geldpreise für die Besitzer der Hunde noch besteht die Möglichkeit zu wetten.

Zunehmend populär wird auch das Coursing, bei dem in einem geeigneten, präparierten Gelände immer zwei Hunde zugleich dem künstlichen "Hasen" nachhetzen. Auch auf dem "Agility- Parcour" geben viele Whippets ein gutes Bild ab.

  

Alle diese "Beschäftigungsmöglichkeiten" sind natürlich kein Muss. Auch ein Hundefreund, der daran kein Interesse findet, wird an einem Whippet viel Freude haben, wenn er sich auf die minimalen Ansprüche, die diese tolle Rasse an den Menschen stellt, einlässt. Er muss zunächst bereit sein, seinen Hund in Haus oder Wohnung zu halten, denn der Whippet braucht die Nähe zum menschlichen Rudel.

In der Wohnung ist der in freier Natur so temperamentvolle Hund sehr ruhig und ausgeglichen. Zwingerhaltung ist tabu, was nicht heißt, dass man den Hund nicht für zwei-drei Stunden auch mal in einem geräumigen Auslauf mit trockenem und warmen Lager sich selbst überlassen kann. Dabei sollte man allerdings nicht übersehen, dass Whippets über eine große Sprungkraft verfügen und hervorragend "graben" können. Darüber hinaus benötigt der Whippet seine regelmäßigen Streicheleinheiten, artgerechte Bewegung und zwei Malzeiten am Tag.

Der Pflegeaufwand ist sehr gering: da der Hund kaum haart -außer im Fellwechsel- reicht ein regelmäßiges festes Streichen mit einem Wildledertuch oder einem genoppten Handschuh. Hinzu kommt die in ein- bis zwei-wöchentlichen Abständen notwendige Ohren-, Krallen- und Zahnpflege. Auch Menschen, die nicht unbedingt Hundenarren sind, geben zu, dass Whippets -selbst wenn ihr Fell nass ist- nicht riechen. Whippets, die häufig elegant und verzärtelt wirken, sind in Wirklichkeit äußerst kernige, gesunde Hunde, die eine recht hohe Lebenserwartung haben (12-15 Jahre). Ihre hohe Anpassungsfähigkeit und starke Prägung auf den Menschen machen sie zu idealen Familienhunden und Kinderfreunden. Aber auch ältere Menschen, die dem Hund noch regelmäßige Bewegung verschaffen können, finden im Whippet einen idealen Hausgenossen.



Für die Rasse "Whippet" gibt es in Deutschland zwei vom VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) anerkannte Zuchtverbände: den über 100 Jahre alten DWZRV, der alle Windhundrassen betreut, und den WCD (1990). Nur Welpen von Züchtern dieser Verbände erhalten international anerkannte Ahnentafeln. Unser Zwinger "High on Emotion" züchtet im Rahmen des DWZRV (FCI/VDH).